ALPWEIDEN

Die wunderschönen Alpweiden des Lavizzaratals erzählen die Geschichte einer jahrhundertealten Alpentradition, die den Talbewohnern einst die wirtschaftliche Existenz sicherte. Heute nicht mehr – seit der Abwanderung in die Städte liegen viele Alpweiden brach und verwildern… Wir helfen! Unser Einsatz für die Wiederbelebung der Alpweiden dient nicht nur dem Erhalt einer kulturhistorisch einzigartigen Schweizer Landschaft – sie schafft jungen Leuten auch eine Existenzmöglichkeit im Tal!

Die bedeutende Alpentradition des Val Lavizzara reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück. So wurde zum Beispiel die zur Gemeinde Cavergno gehörende Alpe di Paràula im 14. Jahrhundert erstmals geschichtlich erwähnt. Vom Mittelalter bis ins frühe 20. Jahrhundert wurde sie als Weideland für Kühe und Ziegen landwirtschaftlich genutzt und diente anschliessend als Sommerweide für Schafe und zum Heuen. Seit 1954 liegen die Weiden der Alpe di Paràula jedoch brach, da sich den ehemaligen Bauern die Gelegenheit bot, weniger strengen Berufen nachzugehen. Seitdem sind die Alpweiden den Launen des Wetters ausgesetzt. Der Wald breitet sich immer weiter aus und überdeckt dadurch die alten Weideflächen, während die alten Wege langsam verschwinden.
Auf der benachbarten Alpe di Piètt sind im Rahmen des Landschaftsverwaltungsprogramms von Brontallo zwischen 1995 und 2000 bereits einige Weideflächen wiederbelebt worden. Sie werden zurzeit von einem Hirten aus Spulüi als Sommerweide für Ziegen, Schafe und Rinder (Rasse Scottish Highland) genutzt, und die Tiere grasen bereits zeitweise auf den Weiden der Alpe di Paràula. Die Wiederherstellung einst landwirtschaftlich genutzter Alpweiden des Val Lavizzara bezweckt nicht nur die landschaftliche, landwirtschaftliche und ökologische Aufwertung des Tals, sondern die Rettung der gesamten Landwirtschaft des Tals. Es geht darum, eine jahrhundertealte Tradition fortleben zu lassen und jungen Menschen, die an einer Rückkehr zur Alpwirtschaft interessiert sind, den Einstieg in eine zwar anstrengende aber traditionsverbundene Zukunft des ökologischen Landbaus zu erleichtern.
Eng verbunden mit der Aktivierung von Weideflächen für die landwirtschaftliche Nutzung sind die Renovationen einiger Berghütten (Cascine) als Unterstand für die Tiere wie auch die Wiederherstellung der alten Gebirgspfade als Zugangswege und zur Überführung des Gross- und Kleinviehs von Alp zu Alp.

 

  • 16. August 2016